Lebensgeschichte

Heute bin ich Skipper und Coach und mach das, was ich schon immer machen wollte – mit viel Spaß und Begeisterung. Meine Absicht ist es, dass Unternehmen und Mitarbeiter gerne die Ergebnisse produzieren, die vereinbart sind. In Wertschätzung und Anerkennung. Der Weg und die Erkenntnis zu dieser Tätigkeit hat einige Jahre gedauert. 2008 war ich bereits seit vier Jahren Geschäftsführer eines mitteständischen Produktions-unternehmens innerhalb einer Holding in der Kunststoffverarbeitung. Die Unternehmenszahlen waren schlecht, Gründe dafür hatte ich genug (vor allem der aktuelle Konjunkturtrend – wir schrieben das Jahr 2008) und ganz nebenbei war meine Ehe nach 12 Jahren auch eher eine Zweckgemeinschaft.  Doch das war ja normal – dachte ich. Zumindest war ich, was die Beziehung anging, bei Freunden und Nachbarn in „guter“ Gesellschaft.

 

Damals suchte ich die Unterstützung bei einem Coach. Ich befürchtete, dass ich bei der kommenden Gesellschafterversammlung meine Papiere bekommen würde (im Nachhinein habe ich erfahren, dass das auch so gekommen wäre) und ich wollte herausfinden, was zu tun ist, um den Gesellschaftern  klar zu machen welche Umstände für die Situation verantwortlich sind und wie diese abzuschaffen sind – vor allem mit viel Geld.

 

Hier erkannte ich dann meine wahre Leidenschaft und Berufung, der ich jetzt vollständig nachgehe. Das Segeln war hier Hobby und Leidenschaft zugleich. Schließlich hatte ich schon als Segellehrer und Skipper in frühen Jahren gearbeitet, hatte alle Befähigungszeugnisse und sogar über 5 Jahre nebenberuflich eine eigene Segelschule.

 

Und die Ehe? Die hat sich erfüllt – d.h. wir haben uns getrennt. Wie war das noch mit dem Zusammenhang? Jetzt wo es doch beruflich gut läuft, müsste doch auch die Ehe gut laufen!?

 

Nun, wenn sich eine Beziehung erfüllt hat, dann heißt das nicht, dass man streitet und getrennte Wege gehen will, sondern dass man sich in Liebe trennt, weil man den Weg des anderen nicht mitgehen will. Hier geht es nicht ums ‚schön malen’, sondern in der Tat um einen Trennung in Liebe – ist das möglich? Ja!

 

Irgendwann kam für mich die Erkenntnis, dass ich nicht wirklich gerne Geschäftsführer war und ich lieber als Coach Unternehmen und Menschen zu Erfolg und Erfüllung begleiten will. Ich wollte Unternehmer sein, jedoch nicht in einem Produktionsunternehmen dieser Art – ich wollte Coachingunternehmer sein.

 

 

 

Meine Frau hat sich dann entschieden, diese Unsicherheit und Unklarheit nicht weiter zu begleiten und wollte lieber einen Teil des Wohlstandes beibehalten. Ich wollte etwas anderes. Damit hat sich meine zweite Beziehung erfüllt. Heute bin ich sehr dankbar dafür, dass meine Frau die Beziehung beendet hat – auch dafür, dass sie eine wunderbare Mutter ist. Nur so konnte ich neu wählen – besser noch, ich konnte mir endlich die Wahrheit sagen, was ich wirklich will, ohne anderen zu gefallen, oder es ihnen Recht zu machen.

Ich danke an dieser Stelle Jörg Schüler, der mich zum Coaching gebracht hat und mit mir über sailcoaching erste Teamcoachings abgehalten hat. Danke an Stephan und Maria Craemer für die grandiose Ausbildung und für die contextuelle(R) Philosophie. Danke an meine beiden Exfrauen und Kinder, die mir ermöglichen meinen Traum zu leben. Vielen Dank an meine Freunde und Partner (insbesondere Martina Kümmel, Volker Carstens, Claudia Polzin und Boris Hörold), für die Ermächtigung und Inspirationen. Und Danke an alle Teilnehmer, die bereit sind für persönliche Weiterentwicklung, die den Mut haben neue Standpunkte anzunehmen und Spaß am wertschätzenden Umgang mit Menschen und nachhaltigen Erfolg haben. Es ist mir ein Privileg, Euch mit meinen Seminaren und Vorträgen zu dienen. 

Ich bin glücklich - Danke!

Das erste Gespräch mit dem Coach war ernüchternd, zugleich auch etwas schmerzhaft, doch von viel Klarheit geprägt. Ganz nebenbei wurde mir auch klar, dass meine damals gescheiterte Beziehung in unmittelbarem Zusammenhang mit der schlechten Unternehmenssituation zu sehen war. Kurzum, durch das Coaching habe ich die Gesellschafterversammlung gemeistert – ich konnte bleiben. Im Anschluss habe ich sofort ein Coachingseminar absolviert und damit den Grundstein für meine Ausbildung zum Businesscoach gelegt. Die unmittelbar messbaren Ergebnisse im Unternehmen haben meine Gesellschafter seinerzeit veranlasst, mir die Seminargebühr zu erstatten. In den folgenden fünf Jahren meiner Businessoaching-ausbildung habe ich die Inhalte sukzessiv im Unternehmen umgesetzt und das Unternehmen nachhaltig damit ausgerichtet und optimiert. Seit 2014 läuft die Firma autark weiter und wird nur noch von einem Geschäftsführer ‚ferngesteuert’. Gleichzeitig habe ich das Wissen für Team- und Führungskräftecoaching auf Segelschiffen eingesetzt. Zusammen mit einem Coach konnten wir an Bord von Segelyachten in kurzer Zeit und sehr nachhaltig Teams und Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft coachen.

Dieser Schritt beinhaltet einen tiefen Einschnitt in die Lebensumstände meiner zweiten Familie. Bis dahin habe ich mich voll in das Hamsterrad der Geldproduktion begeben, um die hohen Kosten, die ich erschaffen habe um meinen Status anzuzeigen, bedienen zu können.  Klar haben von dem Wohlstand auch meine zweite Frau und Kinder profitiert, doch wollten sie das wirklich? Und wenn ja, zu welchem Preis? Das der Mann immer weg ist? Er immer nur noch ein Thema kennt (Geld und Unternehmenserfolg)? Er nur über seine ‚schwere’ Arbeit nölt? Permanent unzufrieden ist und immer einen Ausgleich sucht? So sind sie mit in das ‚Wohlstandshamsterrad’ eingestiegen. Man ahnt schon, dass das nicht lange gut gehen konnte. 2014 scheiterte das ‚management by out’ mit dem ich 60% der Unternehmensanteile erwerben wollte an der Finanzierbarkeit und nach 20 Jahren war ich auf einmal nicht mehr Teil des Unternehmens. Aus heutiger Sicht ist das für mich das Beste, was mir passieren konnte. Jetzt durfte ich die Karten neu mischen. Jetzt war die Zeit zu überlegen, was ich wirklich will. Und auch, wenn das heute alles sehr gewollt und gradlinig aussieht, so habe ich doch sehr rumgeeiert.